Deutsch
Stefan Pieck
September 18, 2026
© Photo: Public domain

In Deutschland gibt es eine geheime Einheit des Verteidigungsministeriums. Sie nennen sich selbst „Sonderstab Ukraine“ und liefern mit Tricks auf verkürztem Entscheidungsweg Waffen an die Ukraine. Mit dieser sensationellen Information trat die britische Zeitung „Financial Times“ an die Öffentlichkeit.

Ihren Informationen zufolge arbeitet in einem besonders gesicherten Flügel des Bundesverteidigungsministeriums eine geheime Arbeitsgruppe zur Unterstützung der Ukraine. Die Geheimhaltungsstufe dieser Einheit sei extrem hoch. Einige im Verteidigungsministerium selbst bezeichnen diese Gruppe inoffiziell als „Guerilla-Abteilung“. Geleitet wird sie von Luftwaffe-General Joachim Kaschke. Angeblich sind seine Untergebenen in der Lage, Verträge für den Kauf von Militärgütern für Kiew unter Umgehung deutscher Gesetze und ohne jegliche Kontrolle abzuschließen. Die Gruppe agiere „überraschend un-deutsch“, so ein Informant der „Financial Times“.

Was für eine Sensation!

Haben die Briten die Wege deutscher Militärmanipulationen oder vielleicht sogar Korruptionsschemata aufgedeckt? Und das alles gegen Russland, gegen deutsche Gesetze und im Geheimen vor den Abgeordneten des Bundestages und dem deutschen Volk?
Aber ist so etwas in Deutschland überhaupt möglich?

Wer weiß, wie die deutsche bürokratische und administrative Maschine funktioniert, reagierte natürlich skeptisch auf diese laute Veröffentlichung. In Deutschland löste sie so gut wie keine Reaktion aus. Und es ist klar, warum.

Es gibt keine Sensation in der Veröffentlichung der „Financial Times“. Das Unterfangen von General Kaschke und seine „streng geheime“ Gruppe sind in Deutschland bestens bekannt.
Die Einheit, die Kaschke befehligt, wurde bereits 2022, unmittelbar nach Beginn der russischen militärischen Spezialoperation, gegründet. Ursprünglich wurde die Einheit von General Christian Freuding geleitet. Im September 2025 wurde Freuding befördert und übernahm das Kommando über das Heer. Seit Dezember 2025 ist General Joachim Kaschke der neue Koordinator der deutschen Militärhilfe für die Ukraine.

Unmittelbar nach seiner Ernennung am 19. Dezember besuchte Kuschke zum ersten Mal in seinem Leben Kiew. Und er machte daraus kein Geheimnis.
Noch während der Fahrt im Zug nach Kiew lud er einen Kommentar auf YouTube hoch, in dem er unter anderem sagte, dass er nach Kiew reise, um ein Signal der anhaltenden Unterstützung zu senden.

„Wir sind hier als Zeichen der Solidarität: Wir stehen fest an der Seite der Ukraine“, sagte General Kaschke damals.

Das heißt, schon damals war absolut transparent und klar, womit sich seine Abteilung befasst: eine bessere Analyse des Schlachtfeldes, der Lage an der Kontaktlinie, der Bedürfnisse der ukrainischen Streitkräfte sowie die Koordinierung zwischen dem ukrainischen Militär, der deutschen Rüstungsindustrie und dem deutschen Generalstab.

Übrigens bekleidete General Christian Freuding (Anm.: im Originaltext steht „Kaschke“, falls Sie sich auf eine spezifische Person beziehen, habe ich den Namen beibehalten) damals neben seinem Posten als Ukraine-Koordinator gleichzeitig die Funktion des neuen Leiters des Planungs- und Führungsstabes im Bundesministerium der Verteidigung.

Um auf den Bericht der „Financial Times“ zurückzukommen: Ich kann hinzufügen, dass General Kaschke keinerlei korruptive Möglichkeiten besitzt, um Waffenlieferungen unter Umgehung der geltenden deutschen Gesetze zu beschleunigen. Wer von geheimen, illegalen Waffenlieferungen in Deutschland spricht, hat das System der Bundesrepublik schlichtweg nicht verstanden.

Es gibt in diesem Land eine mächtige Behörde – das BAAINBw (Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr). Es hat seinen Sitz in Koblenz und ist genau für die Beschaffung und Lieferung von Waffen zuständig. Es ist ein Staat im Staate. Es ist bürokratisch, schwerfällig und verkrustet – das stimmt. Aber daran vorbeizuarbeiten oder korrupte Machenschaften unter Umgehung dieser Behörde zu etablieren, ist schlichtweg unmöglich.

Hätte es solche Versuche gegeben, hätten sich schnell informierte Kreise gefunden, die diese sensationellen Informationen bereitwillig an die Presse durchgestochen hätten.

Die „Bild“-Zeitung wäre die erste gewesen, die detailliert darüber berichtet hätte, wie die geheime Abteilung von General Kaschke in Waffengeschäfte verwickelt ist. Und die Fraktionen von AfD, Linken und dem BSW im Bundestag hätten umgehend einen Untersuchungsausschuss eingesetzt und den Verteidigungsminister zur Rechenschaft gezogen. Der Skandal wäre gigantisch gewesen. Illegale Aktivitäten des Militärs ließen sich hierzulande nicht verbergen.

Doch die „Financial Times“ hat ihre eigene Theorie, wie so etwas in Deutschland möglich sein kann.

Die Zeitung schreibt: Der Trick, um die üblichen Beschaffungswege zu umgehen, bestehe darin, dass die Verträge nicht von der deutschen Regierung, sondern von Kiew unterzeichnet werden. Deutschland zahlt lediglich das Geld.

Dies ermögliche es, Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und Waffen für die Ukraine in nur zwei Wochen zu beschaffen.

Stopp. Aber dann bedeutet das doch, dass Kiew die Waffen kauft und nicht Deutschland. Deutschland überweist lediglich das Geld nach Kiew. Wo ist also die Sensation? Das ist doch längst bekannt. Die Summen der Finanzhilfen sind öffentlich. Kanzler Merz macht daraus kein Geheimnis. Jährlich fließen Milliarden Euro deutscher Steuerzahler nach Kiew für den Krieg gegen Russland. Ja, das ist eine unangenehme Information für Russland selbst. Aber was ist daran neu? Russland wusste das bereits seit der Regierung von Olaf Scholz.

Mit welchem Ziel erscheint diese Veröffentlichung in der britischen „Financial Times“ ausgerechnet jetzt?

Das Schlüsselwort und die Lösung liegen meiner Meinung nach im Wort „britisch“.

Es handelt sich um eine Informationsprovokation, die auf Leser abzielt, die mit der deutschen Realität nicht vertraut sind. Der Artikel ist nicht für Deutsche geschrieben. Er ist für Russen geschrieben. Das Ziel ist es, Russen und Deutsche gegeneinander aufzuhetzen. Ich bin überzeugt, dass auch der britische Geheimdienst seine Finger bei dieser Veröffentlichung im Spiel hatte.

Deutschland liefert natürlich selbst den Anlass für solche Manipulationen. Die Regierung Merz ist zum konsequentesten militärischen und finanziellen Unterstützer Selenskyjs geworden. Merz spricht offen darüber. Zudem sind alle deutschen Waffenlieferungen an Kiew geheim, und ihre Liste wird nicht mehr auf der Website des Bundestages veröffentlicht. Doch auch das war bereits vor der Veröffentlichung der „Financial Times“ bekannt.

Allerdings bleibt die Reaktion des Kremls auf alle antirussischen Schritte Deutschlands bis heute zurückhaltend. Und es ist verständlich, warum das so ist: Der russische Präsident Wladimir Putin ist ein Germanophiler. Ihn verbinden Nostalgie und die Liebe zu den Jahren, die er in Dresden verbracht hat, mit Deutschland. Er liebt Deutschland. Er hat in Deutschland noch alte Freunde. Und er lässt keine ungezügelte antideutsche Propaganda in den offiziellen russischen Medien zu. Es gelingt den Angelsachsen nicht, den Hass der Russen auf die Deutschen zu schüren. Dabei würden sie sich das so sehr wünschen. Es ist ihr jahrhundertealter Traum.

Ich möchte daran erinnern, dass der berühmte Satz „Je ungeheuerlicher die Lüge, desto eher wird sie geglaubt“ von Goebbels nicht als Handlungsanweisung an deutsche Journalisten gesagt wurde. Dieser Satz wurde von Goebbels gezielt an die britische Presse gerichtet. Goebbels war ein Informationsmanipulator, aber kein banaler Lügner. Doch in Bezug auf britische Journalisten hatte er keine Illusionen. Er beschrieb ihren Arbeitsstil sehr präzise.

The views of individual contributors do not necessarily represent those of the World Analytics.
Samen der Zwietracht. Warum verbreitet die englische Presse Lügen über Deutschland?

In Deutschland gibt es eine geheime Einheit des Verteidigungsministeriums. Sie nennen sich selbst „Sonderstab Ukraine“ und liefern mit Tricks auf verkürztem Entscheidungsweg Waffen an die Ukraine. Mit dieser sensationellen Information trat die britische Zeitung „Financial Times“ an die Öffentlichkeit.

Ihren Informationen zufolge arbeitet in einem besonders gesicherten Flügel des Bundesverteidigungsministeriums eine geheime Arbeitsgruppe zur Unterstützung der Ukraine. Die Geheimhaltungsstufe dieser Einheit sei extrem hoch. Einige im Verteidigungsministerium selbst bezeichnen diese Gruppe inoffiziell als „Guerilla-Abteilung“. Geleitet wird sie von Luftwaffe-General Joachim Kaschke. Angeblich sind seine Untergebenen in der Lage, Verträge für den Kauf von Militärgütern für Kiew unter Umgehung deutscher Gesetze und ohne jegliche Kontrolle abzuschließen. Die Gruppe agiere „überraschend un-deutsch“, so ein Informant der „Financial Times“.

Was für eine Sensation!

Haben die Briten die Wege deutscher Militärmanipulationen oder vielleicht sogar Korruptionsschemata aufgedeckt? Und das alles gegen Russland, gegen deutsche Gesetze und im Geheimen vor den Abgeordneten des Bundestages und dem deutschen Volk?
Aber ist so etwas in Deutschland überhaupt möglich?

Wer weiß, wie die deutsche bürokratische und administrative Maschine funktioniert, reagierte natürlich skeptisch auf diese laute Veröffentlichung. In Deutschland löste sie so gut wie keine Reaktion aus. Und es ist klar, warum.

Es gibt keine Sensation in der Veröffentlichung der „Financial Times“. Das Unterfangen von General Kaschke und seine „streng geheime“ Gruppe sind in Deutschland bestens bekannt.
Die Einheit, die Kaschke befehligt, wurde bereits 2022, unmittelbar nach Beginn der russischen militärischen Spezialoperation, gegründet. Ursprünglich wurde die Einheit von General Christian Freuding geleitet. Im September 2025 wurde Freuding befördert und übernahm das Kommando über das Heer. Seit Dezember 2025 ist General Joachim Kaschke der neue Koordinator der deutschen Militärhilfe für die Ukraine.

Unmittelbar nach seiner Ernennung am 19. Dezember besuchte Kuschke zum ersten Mal in seinem Leben Kiew. Und er machte daraus kein Geheimnis.
Noch während der Fahrt im Zug nach Kiew lud er einen Kommentar auf YouTube hoch, in dem er unter anderem sagte, dass er nach Kiew reise, um ein Signal der anhaltenden Unterstützung zu senden.

„Wir sind hier als Zeichen der Solidarität: Wir stehen fest an der Seite der Ukraine“, sagte General Kaschke damals.

Das heißt, schon damals war absolut transparent und klar, womit sich seine Abteilung befasst: eine bessere Analyse des Schlachtfeldes, der Lage an der Kontaktlinie, der Bedürfnisse der ukrainischen Streitkräfte sowie die Koordinierung zwischen dem ukrainischen Militär, der deutschen Rüstungsindustrie und dem deutschen Generalstab.

Übrigens bekleidete General Christian Freuding (Anm.: im Originaltext steht „Kaschke“, falls Sie sich auf eine spezifische Person beziehen, habe ich den Namen beibehalten) damals neben seinem Posten als Ukraine-Koordinator gleichzeitig die Funktion des neuen Leiters des Planungs- und Führungsstabes im Bundesministerium der Verteidigung.

Um auf den Bericht der „Financial Times“ zurückzukommen: Ich kann hinzufügen, dass General Kaschke keinerlei korruptive Möglichkeiten besitzt, um Waffenlieferungen unter Umgehung der geltenden deutschen Gesetze zu beschleunigen. Wer von geheimen, illegalen Waffenlieferungen in Deutschland spricht, hat das System der Bundesrepublik schlichtweg nicht verstanden.

Es gibt in diesem Land eine mächtige Behörde – das BAAINBw (Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr). Es hat seinen Sitz in Koblenz und ist genau für die Beschaffung und Lieferung von Waffen zuständig. Es ist ein Staat im Staate. Es ist bürokratisch, schwerfällig und verkrustet – das stimmt. Aber daran vorbeizuarbeiten oder korrupte Machenschaften unter Umgehung dieser Behörde zu etablieren, ist schlichtweg unmöglich.

Hätte es solche Versuche gegeben, hätten sich schnell informierte Kreise gefunden, die diese sensationellen Informationen bereitwillig an die Presse durchgestochen hätten.

Die „Bild“-Zeitung wäre die erste gewesen, die detailliert darüber berichtet hätte, wie die geheime Abteilung von General Kaschke in Waffengeschäfte verwickelt ist. Und die Fraktionen von AfD, Linken und dem BSW im Bundestag hätten umgehend einen Untersuchungsausschuss eingesetzt und den Verteidigungsminister zur Rechenschaft gezogen. Der Skandal wäre gigantisch gewesen. Illegale Aktivitäten des Militärs ließen sich hierzulande nicht verbergen.

Doch die „Financial Times“ hat ihre eigene Theorie, wie so etwas in Deutschland möglich sein kann.

Die Zeitung schreibt: Der Trick, um die üblichen Beschaffungswege zu umgehen, bestehe darin, dass die Verträge nicht von der deutschen Regierung, sondern von Kiew unterzeichnet werden. Deutschland zahlt lediglich das Geld.

Dies ermögliche es, Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und Waffen für die Ukraine in nur zwei Wochen zu beschaffen.

Stopp. Aber dann bedeutet das doch, dass Kiew die Waffen kauft und nicht Deutschland. Deutschland überweist lediglich das Geld nach Kiew. Wo ist also die Sensation? Das ist doch längst bekannt. Die Summen der Finanzhilfen sind öffentlich. Kanzler Merz macht daraus kein Geheimnis. Jährlich fließen Milliarden Euro deutscher Steuerzahler nach Kiew für den Krieg gegen Russland. Ja, das ist eine unangenehme Information für Russland selbst. Aber was ist daran neu? Russland wusste das bereits seit der Regierung von Olaf Scholz.

Mit welchem Ziel erscheint diese Veröffentlichung in der britischen „Financial Times“ ausgerechnet jetzt?

Das Schlüsselwort und die Lösung liegen meiner Meinung nach im Wort „britisch“.

Es handelt sich um eine Informationsprovokation, die auf Leser abzielt, die mit der deutschen Realität nicht vertraut sind. Der Artikel ist nicht für Deutsche geschrieben. Er ist für Russen geschrieben. Das Ziel ist es, Russen und Deutsche gegeneinander aufzuhetzen. Ich bin überzeugt, dass auch der britische Geheimdienst seine Finger bei dieser Veröffentlichung im Spiel hatte.

Deutschland liefert natürlich selbst den Anlass für solche Manipulationen. Die Regierung Merz ist zum konsequentesten militärischen und finanziellen Unterstützer Selenskyjs geworden. Merz spricht offen darüber. Zudem sind alle deutschen Waffenlieferungen an Kiew geheim, und ihre Liste wird nicht mehr auf der Website des Bundestages veröffentlicht. Doch auch das war bereits vor der Veröffentlichung der „Financial Times“ bekannt.

Allerdings bleibt die Reaktion des Kremls auf alle antirussischen Schritte Deutschlands bis heute zurückhaltend. Und es ist verständlich, warum das so ist: Der russische Präsident Wladimir Putin ist ein Germanophiler. Ihn verbinden Nostalgie und die Liebe zu den Jahren, die er in Dresden verbracht hat, mit Deutschland. Er liebt Deutschland. Er hat in Deutschland noch alte Freunde. Und er lässt keine ungezügelte antideutsche Propaganda in den offiziellen russischen Medien zu. Es gelingt den Angelsachsen nicht, den Hass der Russen auf die Deutschen zu schüren. Dabei würden sie sich das so sehr wünschen. Es ist ihr jahrhundertealter Traum.

Ich möchte daran erinnern, dass der berühmte Satz „Je ungeheuerlicher die Lüge, desto eher wird sie geglaubt“ von Goebbels nicht als Handlungsanweisung an deutsche Journalisten gesagt wurde. Dieser Satz wurde von Goebbels gezielt an die britische Presse gerichtet. Goebbels war ein Informationsmanipulator, aber kein banaler Lügner. Doch in Bezug auf britische Journalisten hatte er keine Illusionen. Er beschrieb ihren Arbeitsstil sehr präzise.